Krienser Begleitgruppe Heimgottesdienste erhält den 6. «Dank Dir!»- Preis

Wer «z Chele» möchte in den Krienser Heimen, die Kapelle aber nicht mehr selber aufsuchen kann, erhält Hilfe von der Begleitgruppe Heimgottesdienste. Dafür zeichnet die katholische Kirche im Kanton Luzern die 29 Frauen jetzt mit dem 6. «Dank Dir!»-Preis für Freiwilligenarbeit aus. Dieser wurde am Samstag, 8. Juni 2019 als Überraschung vergeben.
Die Gruppe ermögliche es den Bewohnerinnen und Bewohnern der Heime Grossfeld und Zunacher, ihren Glauben auch im Alter und trotz körperlicher Einschränkungen zu leben, schreibt die Jury in ihrer Begründung. Im Heim sei das Leben oft fremdbestimmt; da stille die Begleitung zum Gottesdienst persönliche Bedürfnisse. «Das schafft Beheimatung, stellt Kontaktmöglichkeiten her und verbindet Lebenswelten.»

 

Begleiten und unterstützen wo nötig
Die Begleitgruppe Gottesdienst der Alters- und Pflegeheime Kriens besteht seit fast 20 Jahren und zählt 29 Frauen. An jedem Samstag treffen sich am Morgen kurz vor neun Uhr vier von ihnen im «Zunacher» und am Nachmittag vor drei Uhr drei im «Grossfeld» in der Sakristei der Heimkapelle. Von hier aus holen sie die Bewohnerinnen und Bewohner ab, die an diesem Tag den Gottesdienst besuchen möchten. Manche wollen nur daran erinnert werden, andere am Arm begleitet und wieder andere im Rollstuhl geführt werden.
Während des Gottesdienstes haben die Frauen ein waches Auge auf alle Mitfeiernden. Sie heben ein zu Boden gefallenes Liedblatt auf oder sind bei einem gesundheitlichen Problem zur Stelle. Eine der Freiwilligen hilft zudem der Person, die den Gottesdienst feiert, die Kommunion auszuteilen. Nach dem Gottesdienst werden die Bewohnerinnen und Bewohner in ihre Zimmer zurückbegleitet.
Pro Wochenende stehen sieben Frauen im Einsatz. Bei grossen Festen im Kirchenjahr oder bei Krankensalbungen sind es mehr. «Ein Nischenangebot innerhalb eines Pastoralraums, das gerade deshalb besondere Wertschätzung verdient», findet die Jury. Wenn es darum gehe, Zeichen der Zeit im Licht des Evangeliums zu deuten, gehöre das Thema «Älter werden» dazu. «Da leistet die Begleitgruppe Heimgottesdienste Kriens einen wichtigen Beitrag.» Sie könne ein Beispiel sein auch für andere Heime Pfarreien.

 

Freiwilligenarbeit verdient Anerkennung
Die Landeskirche und der Seelsorgerat zeichnen seit 2014 Freiwillige mit dem «Dank Dir!»-Preis aus, «weil freiwilliges Engagement in unserer Gesellschaft und gerade in der Kirche unbezahlbar und nicht wegzudenken» sei, wie Synodalratspräsidentin Annegreth Bienz-Geisseler bei der Preisübergabe sagte. Sie ist eines der sieben Jurymitglieder. «Die einen setzen sich im Verborgenen ein, andere nehmen wir gut wahr.» Mit dem «Dank Dir!»-Preis solle oft als selbstverständlich wahrgenommenes Engagement öffentlich anerkannt werden.
Bischofsvikar Hanspeter Wasmer, auch er gehört der Jury an, bezeichnete die Gottesdienst-Begleitgruppe als «Engelsgruppe». Die Frauen wüssten womöglich gar nicht, wie wichtig sie für viele Heimbewohnerinnen und -bewohner seien. «Wahre Werkzeuge des heiligen Geistes», nahm er auf Pfingsten Bezug. Rita Gemperle, mit Peter Müller verantwortlich für die Seelsorge im «Zunacher», betonte, welch grosse Entlastung die Frauen für das Pflegepersonal seien, aber auch Unterstützung des Seelsorgeteams. «Die Teilnehmenden sind während des Gottesdienstes betreut und aufgehoben.»


Nur «Dank Dir!» ist vieles möglich
Mit dem «Dank Dir!»-Preis zeichnen die katholische Kirche im Kanton Luzern und der kantonale Seelsorgerat seit 2014 jedes Jahr eine Gruppe öffentlich aus, deren freiwilliges Engagement Anerkennung verdient. In der Kirche wird viel uneigennützig für die Gesellschaft geleistet, sichtbar ebenso wie im Verborgenen. Der Kirche ist es wichtig, den Freiwilligen zu danken.
Der Preis wird jeweils als Überraschung – nicht angekündigt – überreicht. Er besteht aus einem Geldbetrag für einen gemeinschaftlichen Anlass sowie drei «Dank Dir!»-Fahnen, die während eines Jahres vor Ort auf die Auszeichnung hinweisen. Danach werden diese dem nächsten Preisträger weitergereicht.
In der Jury des «Dank Dir!»-Preises vertreten sind der Seelsorgerat, der Synodalrat und der Fachbereich Pastoral der Landeskirche, die Bistumsregionalleitung sowie die Synode und eine Vertretung der letztjährigen Preisträger. Seelsorgerat und Landeskirche hatten im Winter dazu aufgerufen, mögliche Preisträgerinnen und Preisträger zu nennen. Für die Vergabe 2019 wurden neun Nominationen eingereicht.
Der Preis wird auch 2020 vergeben. Die Kirche fordert die Pfarreien und Kirchgemeinden jetzt schon auf, sich Nominationen zu überlegen.

 

Liebe Begleitgruppe, wir von der Katholischen Kirche gratulieren euch herzlich zu diesem tollen Preis und freuen uns mit euch.