Zu Besuch bei der Beratung für Schwerhörige und Gehörlose Zentralschweiz

Foto: Jonas Straumann, Sonos Schweizerischer Hörbehindertenverband

Die Beratung für Schwerhörige und Gehörlose Zentralschweiz (BFSUG), befindet sich an der Hirschmattstrasse 25 in Luzern. Carlo Picenoni (Foto rechts), Sozialarbeiter und Stellenleiter, arbeitet seit über 20 Jahren bei der BFSUG Zentralschweiz. Er empfängt mich und beantwortet mir meine Fragen.      

Wer ist die BFSUG Zentralschweiz?       
Die BFSUG Zentralschweiz ist eine Beratungsstelle für Menschen mit einer Hörbehinderung und deren Angehörige aus den Kantonen Luzern, Zug, Uri, Ob- und Nidwalden. In die Beratung kommen Schwerhörige, Gehörlose aber auch Angehörige von Menschen mit einer Hörbehinderung. Zunehmend suchen auch immer mehr spätertaubte Menschen bei uns Rat.       

Welche Anliegen haben die Menschen, die bei der BFSUG in die Beratung kommen und welche Unterstützung bietet die BFSUG?       
Die BFSUG beratet bei persönlichen und sozialen Fragen. Menschen, die zu uns in die Beratung kommen haben meist Anliegen in den Bereichen Arbeit, Aus- und Weiterbildung, Rechts- und Versicherungsfragen, Finanzen, Familie und Beziehungen, Wohnen, Kommunikation und Leben mit der Hörbehinderung. In der Beratung hat es jedoch Platz für jedes Anliegen. Beratungsgespräche können sowohl in Lautsprache als auch in Gebärdensprache geführt werden.         
Neben der Sozialberatung bieten wir Familienbegleitung, Sozialbegleitung und Informationsvermittlung an. Zudem lancieren wir Projekte und setzt uns für die Sensibilisierung der Öffentlichkeit in Bezug auf Hörbehinderung ein. Wir bauen Brücken für die Anliegen von schwerhörigen und gehörlosen Menschen.

Was ist schön und was ist schwierig an dieser Arbeit?
Schön ist einerseits die Vielfältigkeit in der Sozialberatung und andererseits die strategische Arbeit als Stellenleiter. Auch die Zusammenarbeit mit anderen Institutionen ist bereichernd. Wenn alle an einem Strick ziehen, kann eine gute, schnelle und nachhaltige Integration stattfinden.              
Mühsam ist hingegen der ständige Kampf um die Finanzierung der BFSUG und das damit verbundene sich ständige rechtfertigen müssen, dass es eine auf Hörbehinderung spezialisierte Beratungsstelle braucht. In der Arbeit mit Klienten und Klientinnen besteht die Herausforderung vor allem darin, den Ratsuchenden das komplexe System der Schweiz einfach und verständlich zu erklären.   

Wie kommuniziere ich mit einer gehörlosen Person?  
Für schwerhörige und gehörlose Menschen ist eine funktionierende Kommunikation nicht selbstverständlich. So können z.B. nur 30% der Laute von den Lippen abgelesen werden. Durch das Beachten einiger Punkte, kann man als hörendes Gegenüber Unterstützung leisten. Die wichtigsten Punkte sind: Blickkontakt halten, Benützung von Mimik und Gestik, hochdeutsch und deutlich sprechen, kurze Sätze machen und wenn möglich Visualisierungen benützen.

Zum Schluss meines Besuches gibt mir Carlo Picenoni noch einen Veranstaltungstipp mit auf den Weg. Hörbehinderung ist unsichtbar. Die Ausstellung “unerHÖRT erleben“ vom 17. - 19. Mai 2019 in der Kornschütte Luzern macht sie erlebbar. Der Eintritt ist gratis.

Mehr Infos unter:
www.bfsug.ch
www.unerhoert-erleben.ch

 

Erstellt von Anja Wegmüller 

 

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