"Samichlaus, du liebi Frau!"

(Foto: CC-BY-NC-SA; PeterThoeny; flickr)

Ich weiss nicht mehr genau, woher ich das habe, doch immer wieder höre ich auch noch heute da und dort, dass der 6. Dezember – also der Samichlaustag – auch Vatertag sei. Die einschlägige Recherche in dieser Angelegenheit blieb jedoch ohne entsprechende Erkenntnis. Vielleicht habe ich auch die falschen Quellen konsultiert. Vatertage gibt es inzwischen zuhauf und überall auf der Welt. Terminlich sind diese über das ganze Jahr verteilt. Doch nirgends findet sich ein Vatertag am Gedenktag des Nikolaus von Myra. Eigentlich speziell, denn zwischen dem Samichlaus und den Vätern gäbe es schon gewisse Parallelen. Der Samichlaus – obwohl meines Wissens selber nicht Vater – ist ja durchaus ein väterlicher, vielleicht schon grossväterlicher Typ – streng und bestimmt, doch grundsätzlich liebevoll und gütig. So wie ein Vater eben sein sollte. Und wegen dieser Väterlichkeit muss der Samichlaus natürlich von einem Mann verkörpert werden, oder? Vielleicht ist diese Annahme mit ein Grund dafür, dass sich landauf und landab Samichlausgesellschaften dagegen wehren, auch Frauen als Samichläuse auszusenden. Da hört und liest man höchst interessante Begründungen. Nebst «Man will die Kinder nicht enttäuschen» oder gar «Die Tradition soll nicht mit Füssen getreten werden» ist da noch so manches zu finden. Die Geschlechterdebatte wird oft heftig und emotional geführt, vor allem wenn Männerbastionen «angegriffen» werden. Ja, der Samichlaus ist und bleibt natürlich ein Mann, das sehe ich auch so. Aber der Samichlaus ist auch eine Rolle, in die man schlüpft und die gespielt wird. Was spricht also wirklich dagegen, dass sich nicht auch eine Frau hinter dem Bart verstecken kann?

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