Wenn Bekanntes der Seele gut tut

Als Immigrantin weiss ich aus eigener Erfahrung, wie wichtig bekannte und strukturierte Abläufe in einer neuen Heimat sind. Sie geben an einem neuen Ort Sicherheit und Halt. Als ich aus Serbien in die Schweiz, von Novi Sad nach Buochs umsiedelte, nahm ich denn auch regelmässig an den Sonntagsgottesdiensten der katholischen Pfarrei teil. Bekannte Abläufe, bekannte Rituale, bekannte Antworten auf die Zurufe des Priesters – das tat meiner Seele gut. Neuartig und noch fremd war nur die Sprache.
Später berührte es mich, im Gottesdienst immer wieder Menschen aus Sri-Lanka zu treffen. Ich fragte mich, ob die Liturgie und die kirchliche Gemeinschaft ihnen auch so vertraut waren wie mir und ihnen ebenfalls den gesuchten Ankerplatz in der Fremde boten….
Die aktuelle Migration bringt die nationale und kulturelle Vielfalt in der katholischen Kirche ins Spiel: christliche Eritreer, katholische Inder, Chinesen etc. Die Kirche ist also herausgefordert innerkirchlich in einen kulturellen Dialog einzutreten. Sie ist von Integration und Migration ganz speziell betroffen, denn in der Kirche gibt es keine Ausländer.

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