Keine christliche Erziehung

Erstkommunion 18 St. Franziskus

Vielleicht gibt es so was wie eine christliche Erziehung gar nicht mehr. Oder nur in punktuellen Fällen. Wir leben zwar in einem christlichen Land und auch unsere Gesetze entsprechen diesen Lehren. Ausserdem leben wir – leider nur noch mehrheitlich – eine christliche Ethik. Aber nur weil uns diese Haltung grundsätzlich wichtig wäre, heisst es noch lange nicht, dass es auch gezeigt und gelebt wird.

Gesehen und gehört in den letzten Wochen: In den Pfarreien wurde den vorbereiteten Kindern das Sakrament der 1. heiligen Kommunion gespendet, umrahmt von feierlichen Gottesdiensten. Dazu wurde ich in den letzten Tagen mehrmals angesprochen. Z. B: „War es bei euch auch so unruhig? In unserer Feier da haben die Leute geredet und geredet. Nicht nur vor und nach dem Gottesdienst, sondern auch während. Der Lärmpegel war so hoch, dass man manchmal überhaupt nichts verstehen konnte. Sehr schade, denn ich hatte mich so auf den Gottesdienst gefreut. Nun habe ich mich mehr geärgert.“ Eine Frau bemerkte sogar: „Man hat die Glocken, die zum Einzug spielten gar nicht gehört vor lauter Geschwätz.“ Tja. Offenbar wissen viele Leute nicht, dass in einer Kirche eine gewisse Andachtshaltung angebracht ist. Oder falsch: wissen würden sie es wohl schon, aber aus Gewohnheit und Gedankenlosigkeit verhält man sich in der Kirche so, wie es an anderen gesellschaftlichen Anlässen gang und gäbe ist. Man begrüsst sich lautstark, diskutiert, lacht, erzählt, was man so alles erlebt hat und offenbart den Nächsten umgehend, was Einem gerade so durch den Kopf geht. Man konsultiert regelmässig das Phone, um ja keine wichtige Mitteilung zu verpassen – und wenn man schon dran ist, kann man ja auch noch gleich die Mail beantworten. Die Kinder werden beschäftigt mit Essen oder dem Tauschen von Paninibildern – oder halt mit dem Spiel auf einem eckigen Gerät. Es könnte ihnen ja sonst langweilig werden! Alle diese Beispiele wurden mir genannt.

Aber Stopp! Es sind ja längst nicht alle, die so tun – ich erlebe ganz viele Menschen, zum Beispiel auch junge Eltern, die bewusst und würdig die Kultur von gemeinsam gelebtem Glauben und Kirche schätzen. Darum darf ich auch immer wieder viel schöne Momente erleben und dafür bedanke ich mich ganz herzlich bei allen Menschen, die mir diese ermöglichen! Zum Schluss eine sehr wichtige Bemerkung: ALLE 57 Kinder, die ich zur Erstkommunion begleiten durfte, haben sich im Festgottesdienst vorbildlich verhalten :-))

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