Drei Könige..oder?

Der erste,  dritte … König?

Letzten Montagabend sass ich wie schon einige Male am Silvestervorabend  in der Kirche Bruder Klaus. Ich freute mich auf eine besinnliche Stunde mit „Wort und Musik“. Bevor es anfing ruhte mein Blick und meine Gedanken auf den schönen Krippenfiguren. „ Sind die vier Könige schon unterwegs?“ fragte mich meine Banknachbarin. Die vier Könige? Ich kenne nur drei, Caspar, Melchior und Balthasar. Mit ihren erhabenen Häuptern und ihren Gaben, Weihrauch, Myrrhe und Gold machten sie einen kurzen Besuch beim neugeborenen Kind in Bethlehem. Habe ich da was übersehen,  ein vierter König? Zu Hause forschte ich im Internet nach und siehe da, tatsächlich war hier die Rede von einem vierten König Namens  Artaban. Er verkörpert den menschlichen, irdischen Weg zum Christentum. Den Weg, der vom Scheitern geprägt ist, und den manch einer von uns selber kennt.  Artaban ist der vierte Weise aus dem Morgenland, welcher mit den drei anderen dem Stern nach Bethlehem folgen will um dem neuen König zu huldigen. Einen Saphir, einen Rubin und eine Perle nimmt er für ihn mit. Seine Gefährten erreicht er aber nicht, da er auf dem Weg einem  Kranken geholfen hat. Alleine geht Artaban  auf die unbekannte Reise und folgt dem Stern. Damit er die Wüste überqueren kann, verkauft er den Saphir für eine Ausrüstung. Artaban bleibt seinem Weg treu und lässt sich von seinem Glauben, seiner Liebe und einer Hoffnung tragen, den neuen König doch noch begrüssen zu dürfen, obwohl die Zeit weit vorangeschritten ist und der Stern bereits verblasst. In Bethlehem angekommen, ist die heilige Familie schon geflohen und seine drei Gefährten sind bereits weitergezogen. Einer jungen Frau mit einem kleinen Kind kann er dank seines Rubins helfen, dass Herodes das Kind nicht findet. Artaban zieht müde und schwach weiter auf der Suche nach dem König. Aber er ist immer zu spät. Nach dreiunddreissig Jahren kommt er als alter Mann wieder nach Jerusalem, bereit zu sterben. Aber immer noch als Suchender nach dem neuen König. Seine Perle als Gabe ist ihm noch geblieben. Die verschenkt er aber noch an ein junges Mädchen als Lösegeld, damit sie nicht als Sklavin verkauft wird. Seine Suche ist damit gescheitert, er wird sterben ohne den König je gefunden zu haben. Am Strassenrand liegend sieht er eine Menschenmenge an sich vorbei ziehen nach Golgatha.  Sie wollen dabei sein, wenn zwei berüchtigte Räuber und einer, der Jesus von Nazareth genannt wird, gekreuzigt werden sollten.  Artaban hört eine Stimme, welche zu seinem Herzen spricht. „ Wahrlich ich sage euch: Was ihr dem Geringsten meiner Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“ So ist er im Tod dem neuen König so nah, ganz nah. Er hat ihn gefunden… Dankbar bin ich meiner Banknachbarin für ihre Frage und ihren Hinweis der  vier Könige. - Wunsch, Vorsatz, Entschluss – so einfache Worte. Manchmal zweifle ich, bin ich auf dem rechten Weg, leuchtet mein Stern noch,  erkenne ich meine Weggefährten noch. Diese Geschichte vom König Artaban gibt mir Zuversicht meinen Wünschen, Vorhaben und Entschlüssen treu zu bleiben, auch wenn es noch so aussichtslos scheint. An welcher Stelle meines Weges ich mich gerade befinde weiss ich eher selten. Folgen wir dem Stern um unseren Glauben zu tragen, die Liebe zu leben und unsere Hoffnung nicht aufzugeben.

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