Wir bleiben weiter dran! – «Epilog» zum Blog-Beitrag vom 21. Dezember 2018

(Foto: CC-BY; Thanks for over 2 million views!!; flickr.com)

So weihnächtlich wie in diesen Tagen sah es bei uns zuhause nicht einmal an Heiligabend aus. Jetzt, da es nun doch noch richtig Winter geworden ist und der Schnee draussen alles in ein zauberhaftes weisses Kleid hüllt. Noch haben wir weihnächtliche «Vollmontur»: Christbaum, Krippe, die ganze Dekoration innen und aussen mitsamt Lichterketten! Klar, am kommenden Sonntag werden auch wir uns die Zeit nehmen, um die Sachen wegzuräumen und definitiv in den nachfeiertäglichen Alltag zurückzukehren, der grundsätzlich schon lange wieder Einzug gehalten hat. Die Nüchternheit, die mit den ersten Januartagen jeweils um sich greift, ist immer wieder von neuem gewöhnungsbedürftig. Nicht von ungefähr spricht man vom Januarloch oder Feiertagsblues. Viele Menschen sind jedoch auch froh, wenn alles wieder vorüber ist und eine gewisse Normalität einkehrt. Vielleicht hat dies damit zu tun, dass man jedes Jahr schon im Herbst mit Advent und Weihnachten konfrontiert wird und die Feierlichkeiten inzwischen eine unglaublich lange Vorlaufzeit haben. Ist dann das Fest vorüber, hat man es definitiv gesehen und die Nase voll. Der liturgische Kalender der Kirche sieht da etwas anderes vor. Am 25. Dezember endet tatsächlich eine Zeit, die Adventszeit nämlich, die Zeit der Vorbereitung. Und es beginnt eine neue Zeit, die eigentliche Weihnachtszeit. Und diese endet nicht bereits am 27. Dezember, wenn in den Kaufhäusern das ganze Weihnachtssortiment schon zum halben Preis verscherbelt wird. Die Weihnachtszeit dauert an und kommt erst am Sonntag nach dem Dreikönigsfest zum Abschluss. Die Weihnachtszeit reicht also liturgisch gesehen weit in unseren profanen Alltag hinein. Für diese Zeichenhaftigkeit bin ich der Kirche dankbar, denn es wird damit signalisiert, dass die Weihnachtszeit auch dorthin gehört. Ja, sie gehört vor allem dorthin, in die so genannte Profanität, denn die Weihnachtsbotschaft kann nur Hände und Füsse bekommen, wenn sie im Alltag greifbar wird. Natürlich braucht es dazu keinen Christbaum und keine Lichterketten mehr bald Mitte Januar. Die elektrischen Lichter sollen und dürfen erlöschen, das Licht von Weihnachten jedoch nicht – es will und muss weiter leuchten in dieser Welt!

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