Vo wo chunnsch? - Besuch der Veranstaltung «der Usländer-Stempel»

(Foto:CC_BY-NC-SA; STray Redcliff; flickr)

Am 21. März war der Tag gegen Rassismus. Ich besuchte einen Diskussions- und Slampoesieabend, der von der FABIA, Fachstelle für die Beratung und Integration von Ausländer/innen, organisiert wurde.
Fatima Moumouni, selber Slampoetin (Link) diskutierte mit Ihren Gästen über Zugehörigkeit und den vielfältigen Umgang mit der ewigen Frage: «vo wo chunnsch».

 

Mehrere Themen wurden angesprochen. So wurden Strategien gegen Rassismus erläutert, wie der Humor.

 

Ein Gast mit tamilischen Wurzeln erzählte, dass ihm seine Eltern sagten, er müsse ein besserer Schweizer werden. Viele der ersten Generation, so sagt er, sprechen von einer sogenannten «immigration tax» im Sinne, dass Migrant/innen ein gewisses Quantum Rassismus in Kauf nehmen müssen, weil sie in diesem Land Leben dürfen. Beide Aussagen haben mich betroffen gemacht.

 

Etwas kontroverser und auch mit einer Prise Humor wurde die Frage: «vo wo chunnsch» diskutiert. Eine andere Hautfarbe, ein Kopftuch oder fremdländischer Akzent ermuntert viele Einheimische zur Frage: woher kommst du? Sagt dann die Betroffene, ich bin von Bern, folgt dann meistens die Frage: «Nein woher ursprünglich?» «Ich bin in Luzern geboren.» «Ja aber deine Eltern, woher kommen Sie?» Und wenn diese ein binationales Paar sind, «wie haben sie sich kennengelernt.» Störend daran ist, dass diese relativ intimen Fragen, bereits bei der ersten Begegnung von wildfremden Menschen erfolgen kann. Ein Gast sah es etwas anders. Obwohl er in der Schweiz aufgewachsen sei, habe er Wurzeln in Sri Lanka. Und das gehöre mit zu seiner Identität. Somit störe ihn die Frage nicht so sehr.

 

Was fragen sie, wenn sie einen Schweizer oder eine Migrantin kennenlernen? Fragen sie, woher kommen sie oder eher was machen sie beruflich? Womit wird Identität verknüpft, eher mit der Herkunft oder mit dem Beruf?

 

Den Abschluss machte ein Slampoet Kay Käpitel. Mit seiner dunklen Hautfarbe, jedoch geboren in Bern auch oft mit dieser Frage konfrontiert, beginnt sein Text ungefähr so:

 

Woher chunnsch? - Zerscht esch de Urknall gsii…..Zellteilig.....die erschte Mönsche.....Sklavehandel…………………………………………………………..Spital in Bern

 

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