Wer ist zuständig?

(Foto: flickr.com; fh picture CC BY 2.0)

Auf der Ratgeberseite einer Zeitung las ich vor kurzem, wie eine besorgte Mutter oder ein Vater schrieb, dass an Weihnachten für die Kinder nur die Geschenke im Vordergrund stünden. Verbunden damit richtete die Person die Frage an die Redaktion, wie man nebst dem Schenken auch noch andere weihnächtliche Werte vermitteln könnte. Natürlich hat mich die Antwort sehr interessiert. Aufgeschreckt jedoch hat mich die Tatsache, dass die Ratgeber-Redaktion einen Fachpsychologen für Psychotherapie damit beauftragt hat. Moment mal, habe ich zu mir gesagt, da gäbe es doch speziell eine gewisse andere «Branche», die sich in diesen Fragen bestens (besser!) auskennt, zumal sie sich explizit damit beschäftigt. Wie ist es zu deuten, wenn nun neuerdings Psychologen für Weihnachten zuständig sind? Ist unsere «Zunft» so unglaubwürdig, gar weltfremd geworden, dass man uns sogar bei unseren Kernthemen übergeht? So nach dem Motto: Weihnachten ja, unbedingt – aber bitte nur nichts Religiöses! Gut, vielleicht hat es in der Ratgeber-Redaktion weder Religionspädagogen noch Theologinnen, da es von diesen nun wirklich nicht so viele gibt wie Psycholog/innen. Nach längerem Kopfschütteln habe ich mir dann die Antwort doch noch angeschaut. Tatsächlich enthielt sie den Hinweis auf die Geburt Christi (einmal!), die Verbindung mit Weihnachten jedoch blieb leider schwammig. Dass der Fokus auf die Wichtigkeit der gemeinsam gestalteten Zeit gerichtet wurde, fand ich hingegen gut. Auch dass die Symbolik von Licht und Dunkel ein Thema war, zusammen mit Tipps für entsprechende Aktionen mit Kindern. Dennoch bleiben ein Beigeschmack und die ernüchternde Erkenntnis: Die Strahlkraft der Botschaft vom Kind in der Krippe verblasst!

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