Leben wagen - Fasnacht

 

 

Bald schon ist Fasnacht. Mir gefällt an der Fasnacht die grosse Farbenvielfalt, die Kreativität der Menschen und die Leidenschaft, mit der gebastelt und gespielt wird. Selber gefällt es mir, mich zu verkleiden, in neue Rollen zu schlüpfen und auszuprobieren, was bei Menschen ankommt.

Ich habe viele Rollen und Geschichten schon ausprobiert an der Fasnacht. Ich war mal als Mauerblümchen unterwegs, was wirklich eine einschneidend langweilige und auch etwas triste Erfahrung war. Sich immer in die Ecke stellen und warten bis man vielleicht zufällig angeschaut wird, war eine gute Geduldsübung.

Viel spannender war es da, als Wahrsagerin unterwegs zu sein und den Menschen ihre Zukunft aus der Hand zu lesen. Meistens habe ich den mutigen Menschen, die sich aus der Hand lesen liessen, eine grosse Liebe und Glück im Leben versprochen. In meinem Zauberspiegel, habe ich dann jeweils gezeigt, wer das ermöglichen kann, damit die Vorhersage wahr wird. Natürlich war mein Zauberspiegel ein ganz gewöhnlicher Spiegel, wer hineingeschaut hat, hat sich selber gesehen. Die Reaktionen der Menschen auf ihre eigenen Gesichter im Spiegel waren unterschiedlich. Sie reichten vom freudigen Einverständnis bis zu wütender Ablehnung. So wie wir Menschen halt sind. Eines habe ich an diesem Tag damals verstanden, sicher bin ich glücklicher in meinem Leben, wenn ich mit mir selber zufrieden bin. Wenn ich daran glaube, dass es mir in der Zukunft gut geht, dass mein Leben einen Sinn hat.

Züri West beschreibt diese Erfahrung im Lied «Fingt’s Glück eim?» mit: «irgendeinisch fingt ds Glück eim. irgendwenn weisch wär d'bisch. irgendwenn weisch genau wo de häre ghörsch. öpper schteut es zwöits Tassli uf e Tisch…» überhaupt finden sich sehr viele schöne Metaphern über das Glück in diesem Lied.

Für die kommende Fasnachtszeit wünsche ich allen, ob Fasnächtlerin oder nicht, dass Sie viele Erfahrungen von Glück machen können, dass Sie Kraft tanken können für ihr Leben. Damit sie weiterhin freudig ihr eigenes Leben wagen.

 

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