"Aus der Leitung" Ein Virus fordert uns heraus

Foto: unsplash, Allie Smith

 

«Nicht auch noch hier!» werden sich manche von Ihnen denken. Und es ist ja wahr: Wir werden im Moment von Nachrichten und Informationen im Zusammenhang mit dem Corona-Virus geradezu überflutet. Ich verstehe, wenn manch eine/r nicht mehr hinhören mag.

Eine Anfrage an uns als Kirche
Viele Fragen drängen sich rund um die gegenwärtige Situation auf: Das Verhalten der Medien und der Behörden, das unsolidarische Verhalten von einzelnen, die z.B. Supermarkregale leerkaufen….

Der Virus stellt aber auch Anfragen an uns als Kirche. Wie können wir Menschen in ihrer verständlichen Sorge ernst nehmen und uns zugleich nicht anstecken lassen von den Ängsten und Unsicherheiten um uns? Wie können wir unsere Verantwortung und Solidarität mit unseren Mitmenschen und auch mit den Behörden, die schwierige Entscheidungen treffen müssen, wahrnehmen? Kann der Glaube daran, im Letzten gut aufgehoben zu sein, eine Kraft sein, mit den eigenen Ängsten umzugehen?

Im Geiste der Besonnenheit
Als Katholische Kirche Kriens versuchen wir, einen besonnenen Mittelweg zu gehen. Uns nicht anstecken lassen von der z.T. hektischen Stimmung, aber auch unsere Verantwortung und Solidarität mit den Menschen zeigen, die den Virus wirklich zu fürchten haben und mit einer Gesellschaft, die sich nahe am Ausnahmezustand bewegt.

Das heisst: Wir werden uns in Kriens an die Vorgaben des Bundes, des Kantons und des Bistums halten:  Das bedeutet z.B., dass die Personen, die die Kommunion austeilen, sich vorher die Hände desinfizieren; dass wir eine Krankensalbung verschieben, auf den Handschlag beim Friedensgruss verzichten usw. Und wir werden uns auf dem Laufenden und entscheiden, wenn sich neue Entwicklungen ergeben.

Und ich möchte Sie einladen, auch im persönlichen Umfeld einen besonnenen Weg zu gehen: Menschen beistehen in ihrer Sorge, aber auch widerstehen, wo Panik oder Hysterie zum Ausdruck kommt. Dagegen einstehen, wenn fremde Sündenböcke gesucht oder Menschen ausgegrenzt werden.  

Und halten möchte ich mich an die Empfehlung im 1. Timotheusbrief: «Denn Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben, sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit» (1 Tim 1,7). Ich finde das eine gute Leitlinie.

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