"Typisch...!"

„Typisch...!“                            

Ganz sicher haben Sie wie auch ich schon öfters dieses Wort gebraucht, ohne sich viel dabei zu überlegen. „Typisch...!“ Warum komme ich ausgerechnet auf dieses Wort? Ich möchte Ihnen dazu gerne eine Geschichte erzählen aus dem Buch "Kleine Geschichten für andere Zeiten". Sie hat mich persönlich sehr berührt. Kommen Sie einfach mit mir, dann lösen wir das Wort „Typisch...!“ ein bisschen auf.         

Eine ältere Frau kauft sich in einem Schnellimbiss eine Suppe. Sie trägt den dampfenden Teller an einen der Stehtische und hängt ihre Handtasche darunter. Dann geht sie noch einmal zur Theke, um einen Löffel zu holen. Als sie zurückkehrt, sieht sie am Tisch einen dunkelhaarigen Mann, der ihre Suppe löffelt. „Typisch Ausländer, was fällt dem eigentlich ein?!“, denkt die Frau empört. Sie drängt sich neben ihn, sieht ihn wütend an und taucht ihren Löffel ebenfalls in die Suppe. Sie sprechen kein Wort miteinander, aber nach dem Essen holt der Mann für sie beide einen Kaffee und verabschiedet sich dann höflich. Erstaunt bedankt sich die Frau mit einem Lächeln bei ihm Als sie ebenfalls gehen will, hängt ihre Handtasche nicht mehr am Haken unter dem Tisch. Also doch ein hinterhältiger Betrüger. Das hätte man sich doch gleich denken können! Mit rotem Gesicht schaut sie sich um. Er ist gegangen. Aber am Nachbarstisch sieht sie ihre Handtasche und einen Teller Suppe, die inzwischen kalt geworden ist.

„Typisch…!"                                                                                                                                                                                                                                                                                         Ich glaube, dass diese Geschichte auch Sie nicht kalt lässt. Wie schnell können wir uns täuschen!

 

 

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