Tröstliche Botschaft

Die Vorbereitungen für den nächsten Frauengottesdienstes am 4. Februar 2021 um 9:00 Uhr in der Kirche Bruder Klaus mit meiner Kollegin sind gemacht. Wir haben unsere Feier dem Thema „Gesundheit ist ein kostbares Gut“ gewidmet. Diesen Titel haben wir vor einem Jahr gewählt, da war Corona noch kein grosses Thema. Wer hätte damals geahnt, dass uns dieses Virus so in Beschlag nimmt.

 

Beim Text schreiben bin ich dann plötzlich auf Dietrich Bonhoeffer gestossen. Sein Leben hat mich schon immer beeindruckt. „Von guten Mächten treu und still umgeben, behütet und getröstet wunderbar, so will ich diese Tage mit euch leben und mit euch gehen in ein neues Jahr“.

 

Im Brief vom 19. Dezember 1944 schreibt er an seine Braut: „Ich habe immer wieder die Erfahrung gemacht, je stiller es um mich geworden ist, desto deutlicher habe ich die Verbindung mit Euch gespürt. So habe ich mich noch keinen Augenblick allein und verlassen gefühlt. Du, die Eltern, Ihr alle, die Freunde und Schüler im Feld, Ihr seid mir immer ganz gegenwärtig. Eure Gebete und gute Gedanken, Bibelworte, längst vergangene Gespräche, Musikstücke, Bücher bekommen Leben und Wirklichkeit wie nie zuvor. Es ist ein grosses unsichtbares Reich, in dem man lebt und an dessen Realität man keinen Zweifel hat. Wenn es im alten Kinderlied von den Engeln heisst: «zweie, die mich decken, zweie, die mich wecken», so ist diese Bewahrung am Abend und am Morgen durch gute unsichtbare Mächte etwas, was wir Erwachsenen heute nicht weniger brauchen als die Kinder. Du darfst also nicht denken, ich sei unglücklich.“ Was für starke Worte in einer dunklen Zeit.

 

Trotz des bitterkalten Winters, in einer Zelle ohne Tageslicht eingesperrt und erniedrigenden Verhören ausgesetzt.  Ein aussichtsloser Krieg bis zum bitteren Ende wird fortgeführt mit immensen Verlusten an Menschenleben und Kulturgütern. Obwohl Dietrich Bonhoeffer genug Anlass gehabt hätte beginnt er nicht mit einer Klage. Er spricht von guten Mächten. Das Gute existiert und ist stärker als das Böse. So wie das Licht stärker ist als die Dunkelheit. Davon ist er überzeugt.

 

Von guten Mächten fühlt  sich Dietrich Bonhoeffer umgeben. Das Schlimme wird hier nicht gutgeredet. Er spricht nicht von bösen Mächten, sondern von bösen Tagen. „Noch will das alte unsere Herzen quälen, noch drückt uns böser Tage schwere Last. Ach Herr, gib unsern aufgeschreckten Seelen das Heil, für das Du uns geschaffen hast“. Gottes Heil ist nicht mit Glückhaben zu verwechseln. Es schliesst die Wandlung zum Schlimmeren nicht aus.

 

Von guten Mächten wunderbar geborgen erwarten wir getrost, was kommen mag. Gott ist bei uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag“. Eine tröstliche Botschaft für uns alle, in unserer so ungewissen Zeit mit Corona.

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Kommentare (1)

  • Ingrid
    Ingrid
    am 22.01.2021
    Wunderbar und wirklich tröstend, diese Zeilen von Dietrich Bonhoeffer. Vielen Dank für diese Inspiration!