Ein Herz und eine Seele mit sich selber

flickr_Peter Miller

In meinem letzten Blog «alter Mist» habe ich von Trigger gesprochen. Prägungen aus der Kindheit, die uns bis heute emotional stark beeinflussen. Diese können sich auch als innere Stimmen zeigen. Der innere Kritiker zum Beispiel, der zu mir sagt: diese Arbeit hier ist viel zu ungenau… mach es besser.

 

Innere Stimmen haben wir viele, positive wie negative. Dr. Friedrich Schulz von Thun nennt sie das innere Team. Sind wir innerlich uneins, fühlt sich das unangenehm an.

 

Somit lohnt es sich diese inneren Stimmen konkret in einer Situation anzuschauen.

 

Hier ein Beispiel:

Brigitte ist 45 Jahre alt. Sie ist alleinerziehende Mutter einer 12-jährigen Tochter. Im Job läuft es gut, jedoch bietet er wenig Abwechslung. Nun hat sie ein Jobangebot. Die neue Herausforderung würde sie reizen. Jedoch müsste sie den Wohnort wechseln. Sie möchte das Angebot annehmen:

 

Viele Stimmen melden sich in ihrem Kopf:

innere Mutter: du kannst deiner Tochter, diesen Wechsel nicht zumuten, du bist egoistisch…

aber die Neugierige: wau ein neues Umfeld, neue Aufgaben, ich komme endlich raus und entdecke die Welt neu…

jedoch die Kritikerin: du bist dieser neuen Aufgabe gar nicht gewachsen, du hast das noch nie gemacht, da gibt es welche, die das viel besser können…

und die Besorgte: und wenn es nicht gut ist, dann hast du alles aufgegeben, deinen guten Job, deine Wohnung….

aber die Ermunternde: das geht schon, die Tochter wechselt in einem halben Jahr in die Kantonsschule, du findest für sie eine Lösung. Du kommst auch mit den Herausforderungen zurecht – erinnere dich was du schon bewältigt hast….

jedoch der innere Schweinehund: ach nein, weshalb möchtest du dir das antun: Wohnung suchen, sich neu einarbeiten, die Auseinandersetzungen in der Familie und und … es ist doch gut wie es ist…

Und zum Schluss die Antreiberin: versuche es doch, lass die Chance nicht vorbei gehen, das ist deine Möglichkeit, sei nicht so ein Angsthase….

 

Um diesen Unfrieden zu besänftigen, hilft es, sich eine innere Vermittlerin vorzustellen. Diese würde, die Stimmen mit den negativen Aussagen fragen: «liebe Besorgte, was ist genau deine Sorge, was brauchst du um dich besser zu fühlen?» Im Endeffekt erreicht die Vermittlerin,  dass für den Jobwechsel die negativen Stimmen mit ins Boot genommen werden – und «alle miteinander» den Wechsel vollziehen.

 

Und Gott?  Mich Gott mit all meinen inneren Stimmen anzuvertrauen, kann helfen mich ihnen liebevoll zu nähern. Dabei unterstützt mich die Ruhe und das Gefühl des Aufgehoben Seins, welche/s sich im Gespräch mit Gott einstellt.

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