Zu Besuch im Garten der Kulturen

 

Der Innenhof des Schappe Kulturquadrat ist neuerdings eine grüne Oase. Es wachsen Kräuter, Gemüse, Blumen und vieles mehr.

Zu verdanken ist dies der Initiative des Hauswartes Yves Heiz, des Vereins Kriens integriert sowie auch Helene Smolek im Ehrenamt. Durch ihre Ausbildung in Permakultur ist sie die perfekte Fachfrau - und auch sonst ein Glücksfall für das Projekt.

 

 

Wie bist Du zum Projekt gestossen?

Zufall! Während meine Enkelin Musikunterricht nimmt, warte ich hier im Innenhof. So begann ich mit der Zeit, die bestehenden Hochbeete der Jugendanimation mit der Gartenschere zu «pflegen». Da sprach mich Yves an, da er von einer Begrünung des Innenhofs «träumte». Wir sponnen die Ideen weiter..!

 

 

Was für Pflanzen eignen sich, damit nicht täglich gewässert werden muss?

Ausschlaggebend sind nicht nur die Pflanzen, sondern die Erde. Ich habe eine Spezialmischung aus Humus, Kompost und Ton machen lassen. Letzterer bindet die Feuchtigkeit. Zudem werden «Ollas» in die Erde gesetzt. Das sind zwei aufeinander geklebte Tontöpfe, die als Wasserspeicher dienen. So tränken wir zurzeit ca. alle 10 Tage.

 

 

Was war die grösste Herausforderung?

Der zeitliche Druck. Die Pflanzen mussten vor der Sommerhitze, also innert nur zwei Monaten, eingesetzt werden. Ich hatte zu Beginn weder das Material noch die nötigen Kontakte. Ein solches Projekt würde mindestens sechs Monate benötigen. So arbeitete ich praktisch Tag und Nacht, was mich schon an meine Grenzen brachte.

 

 

Welches sind die Highlights?

Dass es so grün ist und die Freude der Menschen. Die spontanen Gespräche mit Passanten, Musiklehrpersonen, Kunstschaffenden etc. sind so bereichernd! Vorher erfreute sich Markus von der Jugendanimation beim Anblick einer seltenen Bienenart. Die Migrantinnen vom Begegnungstreff, die sich engagieren. Viele Krienser*innen und Firmen, die uns spontan unterstützt haben. All diese Begegnungen sind das schönste Lob.
 

 

Inwiefern ist der Verein Kriens integriert involviert?

Die Frauen vom Begegnungstreff (dienstags) helfen mit, auch beim Giessplan. Eliane Räber von Kriens integriert kümmert sich vor allem um die administrative Arbeit.

 

 

Wie geht es weiter?

Wir haben viele Ideen. Das geht vom Sammeln des Regenwassers für die Bewässerung über einen Barfusspfad bis zur Begrünung einer Dachrinne. Aber zuerst werden wir die Pflanzen beschriften. Eine Idee ist ausserdem, Hopfen zu pflanzen und unser eigenes Bier zu brauen. Eine Künstlerin bringt wilden Hopfen, diesen werden wir im Begegnungstreff trocknen und Säcklein aus Stoffresten befüllen. Diese «Kissen» helfen beim Schlafen. Es gibt unzählige Möglichkeiten, um die Pflanzen weiter zu verarbeiten: Sirup, Teemischungen, Kräutersalz,... Denn der Garten ist nicht nur zum Anschauen. Wir möchten zeigen, wie die Pflanzen genutzt werden können!

 

 

Was möchtest Du noch sagen?

Wir sollten mehr träumen! Und den Mut haben, diese mitzuteilen! Auch wenn es noch nicht klar ist, wie die Umsetzung aussehen soll. Suchen Sie Gleichgesinnte (vielleicht ein Inserat bei der Migros oder ein Plakat?) und gehen sie Ideen an, um gemeinsam etwas zu erschaffen.

 

 

Ich bin beeindruckt von der Zeit und dem Elan, die Helene in das Projekt gesteckt hat und wie toll der Garten geworden ist. Vielen Dank für das Interview.

 

 

Mehr Infos:

 

Projekte und Veranstaltungen - kriensintegrier

 

Im Schappe entsteht ein «Garten der Kulturen» (stadt-kriens.ch)

 

Urban-Gardening-Projekt bringt Leben und Farbe ins Kulturquadrat Kriens | zentralplus

 

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